Der Schnoor in Bremen
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Mittelalterliches Schmuckstück: Der Schnoor in Bremen
Ehemaliges Bremer Schifferviertel besticht mit vielen Sehenswürdigkeiten.
Erstmals erwähnt wird dieses Bremer Schmuckkästchen mit dem ungewöhnlichen Namen “Der Schnoor” im 13. Jahrhundert. Damals warens es Franziskaner, die am Rande des heutigen Viertels ein Kloster gründeten, von dem sich bis heute die nunmehr katholische St.-Johanniskirche-Kirche erhalten konnte. Sie ist Bremens einzige rein gotische Kirche, die seit ihrer Restaurierung im Jahre 1994 wieder im alten Glanze über das ehemalige Schiffer- und Fischerviertel wacht. Der Name “Schnoor” deutet auf alte Tradition im Schiffshandwerk hin: In dem Viertel wurden ursprünglich Schiffstaue und Seile (niederdeutsch Schnoor, Snoor = Schnur) hergestellt.
Glücklicherweise war das Viertel im 2. Weltkrieg kaum von den sonst umfangreichen Zerstörungen betroffen, so dass viele der überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Häuser erhalten blieben. Nach umfassenden Restaurierungen präsentiert das historische Schnoorviertel Stilrichtungen vom 15. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Nur noch in dem Straßennamen “Hinter der Balge” erhalten geblieben ist ein alter Flußarm der Weser – die Balge- , die früher mitten durch den Schnoor floss. Im Mittelalter war die Balge noch der eigentliche Hauptstrom Bremens und mit der Grund für die Ansiedlung der Flussfischer und Schiffer in diesem Stadtteil. Doch mit zunehmender Versandung verlor die Balge an Bedeutung, während die Weser zu dem wichtigsten Bremer Fließgewässer, wie wir es heute kennen. Die Balge, im 19.Jahrhundert zu einem Rinnsal verkommen, wurde zugeschüttet, um neues Bauland zu gewinnen. Nur noch der besagte Straßenname und in den Boden eingelassene Tafeln erinnen an das ehemalige Flüsschen.
Aufgrund der kleinen Grundstücke und der entsprechend kleinen Wohnflächen sowie der engen Gassen entwickelte sich der Schnoor Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Arme-Leute-Viertel. Das änderte sich allerdings Anfang der 60er Jahre, als man damit begann, im Rahmen der Denkmalpflege das an die hundert Häuser umfassende Viertel gründlich zu sanieren. Heute ist das Viertel eine gernbesuchte Sehenswürdigkeit und ein Anziehungspunkt für Künstler und Kunstinteressierte.So findet man in den romantischen Gassen und kleinen Bürgerhäusern viele Kunsthandwerksbetriebe (u.a. auch eine Glasbläserei), Galerien und eine einladende Gastronomie. Über die Stadt hinaus als “bremische Institution” bekannt geworden ist Madame Lothárs Travestietheater, das seit 1992 besteht. In den kleinen Läden, den urigen Kneipen und den Restaurants herrscht ein buntes Treiben. Besucher finden in den individuell eingerichteten Geschäften brementypisch aromatische Teesorten, handbemaltes Geschirr, Lederwaren aus feinen Manufakturen und natürlich auch Mode – wetterfest oder leichte Sachen, ganz nach Laune des Bremer Wetters.
Bildquelle: © Karin Jung/ Pixelio
Autor: Der-arme-Poet


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